Aluminiuminnovation Made in Germany

EGA Leichtmetall baut Recyclingwerk mit integriertem Salzschlackeaufschlussprozess

Aluminiuminnovation Made in Germany

Hannover, 20. Januar 2026 – EGA Leichtmetall erweitert seine Produktionskapazitäten mit einem neuen Hightech-Recyclingwerk in Niedersachsen. Die Anlage vereint eine hochmoderne Schrottsortierung, energieeffiziente Ofentechnologien und einen nahezu vollständig geschlossenen Salzschlackeaufschlussprozess an einem Standort. Damit entsteht eines der weltweit ersten Aluminiumrecyclingwerke, das sich nahezu abfallfrei betreiben lässt. Mit dem Neubau erhöht EGA Leichtmetall seine Sortierkapazität um 110.000 Tonnen pro Jahr sowie die Schmelz- und Gießkapazität auf 150.000 Tonnen jährlich. Die Investitionssumme liegt bei rund 145 Millionen Euro.

„Mit dem neuen Werk im GreenTech Park Steyerberg erweitern wir unsere Recyclingfähigkeiten substanziell, erhöhen die industrielle Leistungsfähigkeit und können hochwertige, emissionsarme Aluminiumprodukte in größerer Angebotsbreite und konstanter Qualität bereitstellen – abgestimmt auf die globale Nachhaltigkeitsstrategie von Emirates Global Aluminium", sagt Thomas Witte, Geschäftsführer von EGA Leichtmetall.

Zum ersten Mal kann EGA Leichtmetall gebrauchte Endprodukte, also Post-Consumer-Schrotte, auf einem Niveau sortieren und metallurgisch verarbeiten, das bisher nur mit sauberen, vorsortierten Pre-Consumer-Schrotten möglich war. Das stärkt die Versorgungssicherheit des Unternehmens, reduziert Kosten in der Beschaffung und eröffnet zusätzliche Marktsegmente, in denen hochwertige, ressourcenschonende Legierungen zunehmend gefragt sind.

Mit der Inbetriebnahme 2028 werden am neuen EGA Leichtmetall Standort voraussichtlich rund 200 direkte Arbeitsplätze geschaffen, dazu kommen zahlreiche weitere Chancen entlang der Wertschöpfungskette in der Region.

Kreislaufwirtschaft – Fokus des neuen Werks

Das Herzstück der neuen Anlage ist der integrierte Salzschlackeaufschlussprozess. Beim Aluminiumrecycling wird Salz eingesetzt, um Verunreinigungen aus dem Schrott während des Schmelzens zu binden. In herkömmlichen Systemen bleibt dabei salzhaltige Schlacke zurück, die als Sonderabfall gilt und aufwendig entsorgt werden muss. In der neuen Anlage von EGA Leichtmetall wird stattdessen das eingesetzte Salz vollständig aus dem Prozess zurückgewonnen und kontinuierlich wiederverwendet. Als weiteren Wertstoff gewinnt man keramisches Aluminiumoxid zurück, das als Rohstoff in verschiedenen Industriezweigen wieder eingesetzt wird. Dieser Kreislaufansatz ermöglicht eine nahezu abfallfreie Produktion, senkt Emissionen und hält Wertstoffe im Industriezyklus.

Das neue Werk wird außerdem mit einem hochentwickelten Sortiersystem ausgestattet, das Schrotte präzise nach Legierung, Reinheit und Störstoffprofil trennt. Eingesetzt werden sowohl röntgenbasierte Technologien (XRT) als auch Laser-Liniensensorik und KI-Technologien. Dadurch wird das Unternehmen erstmals Post-Consumer-Schrotte aus Niedersachsen und ganz Europa direkt am Standort verarbeiten können, was Lieferketten zusätzlich verkürzt.

Damit schafft EGA Leichtmetall eine wichtige Voraussetzung, um die steigende Nachfrage nach CO₂-reduzierten, hochwertigen Aluminiumprodukten in Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Automobilindustrie und dem Spezialmaschinenbau zuverlässig zu bedienen. Kunden profitieren von einer breiteren Produktpalette, konstanter Versorgungssicherheit und einem deutlich niedrigeren CO₂-Fußabdruck der gelieferten Materialien. 

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